Lachs, Seehecht, Victoriabarsch, Kaviar und Hummer. In Europas modernstem Luftfrachtzentrum für verderbliche Waren, dem Perishable Center Frankfurt (PCF), werden jährlich bis zu 30.000 Tonnen Fisch umgeschlagen. Die Ware kommt aus rund 50 Ländern. Die größten Mengen stammen aus Afrika, Südamerika und aus Kanada. Adressaten sind Großmärkte, Lebensmittelketten und Restaurants.
Das PCF fungiert als Verteiler-Zentrum und als Transit-Lager. Der Fisch wird dabei nur kurz zwischengelagert - beispielsweise zwischen zwei Flügen. Doch die Meerestiere landen hier nicht nur mit dem Flugzeug. Ein Teil wird auch mit dem LKW vorgefahren. So kommt zum Beispiel Lachs mit so genannten Cool-Trucks aus Warschau und wird mit Lufthansa Cargo weiter nach Los Angeles geflogen.
Für den Fischtransport kommen selten reine Frachtflugzeuge zum Einsatz, denn so groß sind die Transportmengen nicht, dass sie den Laderaum eines großen Frachters füllen würden. Meistens fliegt der Fisch im Laderaum der Passagierflugzeuge. Und das sind immer noch beachtliche Mengen. Auf einer Flugzeug-Palette lassen sich beispielsweise mehr als 1.000 Hummer unterbringen. Der Fisch ist gut verpackt und durch Styropor isoliert, absolut geruchlos. Bis auf fünf Grad lassen sich die Frachträume von Frachtflugzeugen und großen Passagierflugzeugen herunter kühlen.
Europas modernster Luftfrachtumschlagplatz für verderbliche Güter wurde 1995 eingerichtet. Auf 9.000 Quadratmetern lagern hier Waren, ganz selten länger als einen Tag. Das Center hat direkte Anbindung an das Flughafenvorfeld und kurze Wege zu Behörden. Als anerkannte Grenzkontrollstelle der Europäischen Union (Fachjargon: „Port of First Entry“) befinden sich Veterinäramt und Zoll direkt vor Ort. Sofort nach der Anlieferung wird der Frischfisch verschiedenen Kontrollen unterzogen. Erst im Anschluss daran erfolgt der Weitertransport.
Lebensmittelvorschriften und Hygiene werden im Perishable Center ganz groß geschrieben. Die Kühlkette wird in Frankfurt nie unterbrochen und das sensible Produkt Fisch regelmäßig und streng überwacht. Das Lager ist in 19 verschiedene Temperaturzonen aufgeteilt. Von minus 24 bis plus 25 Grad. Über 250 Temperaturfühler überprüfen die richtigen Werte in den einzelnen Kühlhäusern, die von 100 bis 2 000 Quadratmeter groß sind.
Damit immer genügend Eis vorhanden ist, arbeiten zwei Eismaschinen nahezu rund um die Uhr. Sieben Tonnen Eis werden täglich zur Kühlung hergestellt. Das Wassereis wird zuvor zur Sicherheit für den Kontakt mit den Lebensmitteln in einer Filteranlage gereinigt. Die Maschinen produzieren dabei ausschließlich runde Eiskugeln – Eiswürfel mit scharfen Eiskanten könnten die Haut des Fisches beschädigen.























