Kochen

Wissenschaftler: Orangensaft ist gesünder als die Orange

Orangen und OrangensaftWissenschaftler der Universität Hohenheim haben herausgefunden: Nährstoffe aus pasteurisiertem Orangensaft werden doppelt so gut vom Körper aufgenommen wie aus der frischen Frucht. Damit widerlegen sie die Ansicht vieler Kritiker, dass Orangensaft genauso ungesund sei wie Coca Cola.

Die Orange ist ein wahres Nährstoff-Depot: Neben einer hohen Menge an Vitamin C enthält sie auch eine Vielfalt an Carotinoiden und Flavonoiden. Beide Nährstoffe werden damit in Verbindung gebracht, das Risiko von bestimmten Krebs- und Herzkreislauferkrankungen deutlich senken zu können. Denn als Antioxidantien schützen sie die Körperzellen vor schädlichen Umwelteinflüssen. Carotinoide spielen zudem aufgrund ihrer Provitamin A-Aktivität eine wichtige Rolle in unserer täglichen Ernährung.

Anders sieht es mit dem Ruf von Orangensaft aus. Vor allem sein natürlicher Zuckergehalt ist vielen Ernährungsberatern ein Dorn im Auge. Doch die Wissenschaftler Julian Aschoff und Prof. Reinhold Carle von der Universität Hohenheim wollten es genau wissen. Im März 2015 veröffentlichten sie eine Untersuchung, die nahelegte, dass Orangensaft eine bessere Quelle für Carotinoide darstellt als die Orange selbst. Nun haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse mit einer Humanstudie bestätigt.

„Bei unseren Untersuchungen konnten wir feststellen“, so Julian Aschoff, „dass aus pasteurisiertem Orangensaft ungefähr doppelt so viele Carotinoide aufgenommen werden wie aus einer handelsüblichen Orange.“ Dies liege an der Herstellung des Saftes, so Prof. Reinhold Carle. „Bei der Herstellung des Orangensaftes werden Ballaststoffe wie beispielsweise Pektin oder auch Cellulose teilweise abgetrennt. Diese Stoffe hemmen die Absorption von Carotinoiden während der Verdauung. In der Orange wiederum sind mehr unverdauliche Ballaststoffe enthalten als im Saft, weshalb die Aufnahme der Carotinoide aus der Frucht stark vermindert ist.“

Im Vergleich zu Cola enthält Orangensaft zudem weder das für Kinder ungeeignete Koffein noch die allgemein bedenkliche Phosphorsäure. Außerdem wird Orangensaft im Vergleich zu Erfrischungsgetränken, zu denen auch Cola zählt, üblicherweise nicht zum Löschen des Durstes getrunken. „Der Verzehr von Obst und Gemüse in Deutschland liegt weit unter der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung“, so die Wissenschaftler. „Kaum ein Konsument hat Zeit, täglich genug Gemüse oder Früchte zu sich zu nehmen. In Maßen konsumiert, also ein Glas mit 200 ml pro Tag, kann Orangensaft so zu einer gesunden Ernährung beitragen.“

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