Maja's Home & LIving

Grünkohl vertreibt den Winter-Blues Mit Pinkel, Wammerl und gerösteten Kartoffeln

spacer

Maja

Maja Schulze Lackner

Maja Schulze-Lackner ist Lifestyle-Expertin, Designerin, Buchautorin und Gastgeberin aus Leidenschaft. Viele Jahre war sie Expertin der TV-Show „Leben und Wohnen“ auf TM3. In ihrem neuen Buch ‚Die perfekte Party‘ erklärt sie sehr unterhaltsam wie man kleine und große Einladungen ohne Stress zu einem großen Erfolg werden lässt.

Jedes Jahr zur gleichen Zeit - wenn es draußen grau, nass und kalt wird – melden sich die Grünkohlfans bei mir. „Maja, der erste Frost ist da … du weißt schon … wann ist es wieder soweit?“

Dazu muß man wissen, dass Grünkohl Kälte braucht, um sein ganzes Aroma zu entfalten. Der Frost lässt den Zuckergehalt der Kohlblätter ansteigen. Dadurch entsteht der so typische süßliche Geschmack des Grünkohls. Dieser Effekt findet aber nur bei der noch nicht geernteten Pflanze statt. November und Dezember sind also die idealen Monate für das traditionelle Grünkohlessen.

Grünkohl enthält zudem viel Vitamin C und Mineralstoffe, darunter Kalium, Calzium, Eisen und Magnesium. Wichtig für die Ernährung in der lichtarmen und kalten Jahreszeit. Grünkohl vertreibt den Winter-Blues! Nicht ohne Grund hat das Gemüse im Norden Europas Kultstatus. In Oldenburg wird sogar anlässlich des „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Ätens“ jedes Jahr ein Kohlkönig gewählt.

Früher haben mein Mann und ich - nach dem ersten Frost - den Grünkohl auf dem Markt gekauft, ihn in großen Kisten nach Hause geschleppt, gewaschen und gehackt. Eine unnötige Arbeit! Es gibt ihn längst roh, gewaschen und klein gehackt aus der Tiefkühltruhe.

GruenkohlAlso laden Sie ihre Freunde doch einmal zu einem Grünkohlessen ein. Mein Menu-Vorschlag für 10 Personen: Beginnen sie mit einer „Bärlauch-Kartoffelsuppe“, servieren sie anschließend „Grünkohl mit Pinkel, Wammerl und gerösteten Kartoffeln“ und als Dessert „Rote Grütze“. Hier das Rezept.

Bärlauch-Kartoffelsuppe: 2 kg mehlige Kartoffeln, 100 g frischen Bärlauch, 250 g Creme fraiche, 2 bis 3 Esslöffel klare Brühe (ersatzweise Brühwürfel), Salz und Pfeffer.

Kartoffeln schälen, vierteln und mit der klaren Brühe gewürztem Wasser gar kochen. Den klein gehackten Bärlauch zum Schluss etwa 10 Minuten mitkochen lassen. Dann das ganze pürieren. Wenn es zu dickflüssig ist, noch Wasser dazugeben, die Creme fraiche unterrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Grünkohl mit Pinkel oder Mettenden: 12 Pinkel oder 12 Mettenden (das sind geräucherte Mettwürste), 1 kg geräucherten, durchwachsenen Bauchspeck, 4 Zwiebeln, 250 g Schweineschmalz, 5 kg roher Tiefkühl-Grünkohl, 5 Esslöffel gekörnte Brühe, Salz und Pfeffer.

Den Grünkohl auftauen. Das dauert mehrere Stunden. Den Bauchspeck von der Schwarte befreien und in 12 bis 14 gleich große Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und vierteln. Das Schmalz in einem großen, 10 l fassenden Topf erhitzen und die Speckstücke darin rundherum braun anbraten. Dann aus dem Topf nehmen und beiseite stellen. Nun den aufgetauten Grünkohl, die Speckschwarte und die Zwiebeln in den Topf geben, die klare Brühe unterrühren, mit ca. 250 ml Wasser aufgießen und 1 ½  bis 2 Stunden auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Gruenkohl mit PinkelImmer wieder umrühren und bei Bedarf noch etwas Wasser nachgießen, damit der Kohl nicht anbrennt. Dann die Schwarte herausnehmen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Würste und das Bauchfleisch dazugeben und noch ca. 20 Minuten ziehen lassen. 1 ½ kg kleine, festkochende Kartoffeln (Sieglinde oder Bamberger Hörnchen eignen sich besonders gut) in Salzwasser gar kochen, pellen und in Butter rund herum braun rösten.

Tipp: Servieren Sie dazu scharfen und mittelscharfen Senf. Und kochen Sie den Grünkohl am Tag vorher. Aufgewärmt schmeckt er am besten. Den Topf einfach eine Stunde bevor die Gäste kommen in den vorgeheizten Ofen schieben, dann kann es auch nicht anbrennen.Und noch ein Tipp: Wenn Sie merken, dass Ihren Gästen die Pinkel, die hauptsächlich aus Fett und Grütze bestehen, nicht schmecken, nehmen Sie beim nächsten Mal nur die geräucherten Mettwürste.

Rote Grütze: 2 Päckchen „Rote Grütze“, 1 Glas entsteinte Sauerkirschen (680 g Füllgewicht), 500 g gemischte Beeren, frisch oder tiefgefroren, 4 Blatt Gelatine.

Die Gelatine in etwas Wasser einweichen. Den Saft der Sauerkirschen durch ein Sieb in einen großen Messbecher abgießen und mit Wasser auf 1 L auffüllen.  ¾  der Flüssigkeit erhitzen, in den Rest die rote Grütze zusammen mit dem auf dem Päckchen angegebenen Zucker gut verrühren. Wenn die Flüssigkeit kocht, den Topf vom Feuer nehmen und die angerührte Grütze unterrühren. Dann die Beeren und Sauerkirschen dazugeben und auf das Feuer stellen, bis es einmal aufkocht. Nun den Topf wieder vom Feuer nehmen, die aufgeweichte Gelatine unterrühren und das ganze in eine Schüssel schütten. Wenn es ausgekühlt ist, mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank stellen. Dazu passt Vanillesoße oder halbfest geschlagene süße Sahne. Guten Appetit!

Mehr über Maja Schulze-Lackner und ihre Bücher unter www.schulze-lackner.de


Neuste Artikel

KOLUMNEN

KOLUMNEN

KOLUMNEN