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Was soll ich bloß mitbringen? Kleine Geschenke erfreuen den Gastgeber

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Maja

Maja Schulze Lackner

Maja Schulze-Lackner ist Lifestyle-Expertin, Designerin, Buchautorin und Gastgeberin aus Leidenschaft. Viele Jahre war sie Expertin der TV-Show „Leben und Wohnen“ auf TM3. In ihrem neuen Buch ‚Die perfekte Party‘ erklärt sie sehr unterhaltsam wie man kleine und große Einladungen ohne Stress zu einem großen Erfolg werden lässt.


Seit  einigen Jahren hat es sich eingebürgert, zu einer Einladung – und sei sie noch so klein - ein Geschenk mitzubringen. Inzwischen ist das ein festes Ritual geworden! Man wagt nicht mehr,  mit leeren Händen zu erscheinen. Und jedes Mal fragt man sich: „Was soll ich bloß mitbringen?“

Die Verzweiflung, die in dieser Frage mitschwingt, ist wohl auch der Grund für die vielen merkwürdigen Dinge, die man zum Teil geschenkt bekommt.  Ein guter Freund von mir nennt solche Mitbringsel „Wanderpokale“. Mit anderen Worten: sie verschwinden in einer Schublade, um bei der nächsten Einladung weiter zu ‚wandern’.

Das führt bisweilen zu einem kuriosen Kreislauf. Meine Nachbarin zum Beispiel schenkte ihrer Freundin Carla ein Kresseschwein aus Keramik. Eine eher grenzwertige Wahl! Es  hatte am Ringelschwanz einen kleinen, kaum sichtbaren Fehler. Etliche Wochen später sah sie es in der Küche von Karin. Und nicht viel später erkannte sie es bei Inge wieder. Es dauerte nur wenige Monate und ein strahlender Gast überreichte ihr – anlässlich ihres Sommerfestes – ein kleines Kresseschwein aus Keramik. Es hatte einen sehr charakteristischen Fehler am Ringelschwanz.

Mir fällt es eher schwer, etwas zu verschenken, was mir selbst nicht gefällt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es einmal, aber wirklich nur ein einziges Mal, gemacht habe. Zu einem Nikolaus-Lady’s-Lunch sollte jeder ein Geschenk mitbringen. Diese sollten später vom Nikolaus wahllos unter den Gästen verteilt werden.

Ich war gerade im Abgabestress meines ersten Romans und hatte überhaupt keine Zeit, etwas zu besorgen. Da fiel mir ein ziemlich hässlicher Aschenbecher ein – wir sind Nichtraucher!! – der seit unserer letzten Einladung ein trübsinniges Dasein fristete. Die Gelegenheit, ihn loszuwerden!
Bildschön verpackt mit einer riesigen Schleife sah mein Geschenk gar nicht so übel aus. In der berechtigten Hoffnung, es nie wieder zu sehen, versenkte ich es im großen Sack des Nikolaus. Ich erstarrte, als meine Tischnachbarin rief: „Sieh mal Maja, wie hübsch. Mal sehen, was drin ist!“ Sie ahnen es, es war mein Aschenbecher!geschenk

Auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, werden hin und wieder im Geschenke-Stress sein. Deshalb hier einige nützliche Tipps:

Lassen Sie die „Wanderpokale“ weg. Ein erfahrener Partygeber erkennt sie sofort. Ein  Geschenk sollte keine Form der Pflichterfüllung sein, der man Lieblosigkeit oder vielleicht sogar Geiz anmerkt.

Geschenke dürfen nicht zu teuer sein, sonst fühlt sich der Gastgeber verpflichtet, bei der Gegeneinladung etwas vergleichbar Teures mitzubringen. Das Geschenk sollte dem Anlass entsprechen. Es darf den Beschenkten weder beschämen noch frustrieren.

Mit einer Flasche für die Hausbar - Champagner oder ein guter Wein - können sie in der Regel nichts falsch machen. Auch ein gerade erschienener Bestseller, eine CD oder eine DVD kann jeder gebrauchen.

Blumen sind ebenfalls ein sicheres Geschenk. Packen Sie aber frische Blumen vor dem Überreichen bitte aus. Es sein denn, sie sind in Folie eingepackt.  Bei einer großen Einladung ist es für die Gastgeber praktisch, wenn Sie die Blumen vorher per Boten schicken. So kann er die richtige Vase auswählen und Ihnen bei Ihrem Eintreffen danken. Fügen Sie dem Strauß eine kleine Notiz bei.

Wenn Sie eine gute Köchin sind, bringen Sie „Selbstgemachtes“ mit: Marmelade, Kuchen etc. Ich habe eine riesige Liste von Freunden, die sich über nichts mehr freuen als über ein Glas meines selbst ausgelassenen Griebenschmalzes.

Übrigens: Ein guter Gastgeber erwartet nicht unbedingt ein Geschenk. Aber mit Sicherheit freut er sich über einen Anruf am nächsten Tag oder einen kleinen Brief, im dem Sie sich für den gelungenen Abend bedanken.

Mehr über Maja Schulze-Lackner und ihre Bücher unter www.schulze-lackner.de

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