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| Sushi - Wo japanische Gourmets genießen |
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Wird roher Fisch und gesäuerter Reis zum Big Mac des 21. Jahrhunderts? - So schlimmm wird es wohl nicht! Aber Sushi ist zumindest auf dem besten Weg der meist verkaufte Edel-Snack der Welt zu werden. Nigiri, Maki und Temaki sind inzwischen so verfügbar wie Pizza, Hamburger und Currywurst. Die mundgroßen Stücke drehen sich auf Karussells, schlummern in den Kühltruhen der Supermärkte, werden auf Partys gereicht oder in den Lounges der Flughäfen serviert.
Sushi ist in! Es ist handlich, es ist gesund und es kommt schnell. Convenience Food nennen das die Marketing-Strategen. Sushi ist wie geschaffen für Dinks, Schickis, Yuppies, Yetties, Bobos und Skippies. Kurz: für die middle-age-generation, die wenig Zeit und Sinn für gutes Essen hat, aber wenigstens die Anmutung eines weltmännischen Gourmets hinterlassen möchte.
Entsprechend ist die Sushi-Qualität in Europa! Verglichen mit den sushi-yas und kaiten-zushis in Nippons Hauptstadt befinden sich europäische Sushi-Restaurants auf dem Niveau von Würstchenbuden. Serviert wird häufig alter Fisch aus der Tiefkühltruhe und Instant-Reis aus der Packung. Das Ganze wird dann mit Wasabi aus Senf und Farbstoff und Billig-Soyasauce aus Indonesien auf ‚japanisch‘ getrimmt. Für Japaner in der Diaspora ein Graus und steter Anlass für schmerzendes Heimweh!
Das Niveau japanischer Restaurants im Ausland hat sogar die Regierung in Tokio auf den Plan gerufen. Sie fürchtet um Japans Beitrag zur Esskultur. Agrarminster Toshikatsu Matsuoka hat eine Kommission einberufen, die Japan-Restaurants als Kulturbotschafter wieder auf den rechten Weg zurückführen soll. Das ‚Japanese Restaurant Recommendation Program‘ will künftig strenge Qualitätsstandards formulieren und Zertifikate vergeben. Mit vagen Erfolgsaussichten! Schließlich werden in Paris, um nur ein Beispiel zu nennen, 90 Prozent aller japanischen Restaurants von Chinesen betrieben.
Aber wer schmeckt schon den Unterschied? Gourmets allemal. Welche Sushi-Restaurants sie bevorzugen, lesen sie hier:
BERLIN
Sasaya
Japaner behaupten, das ‚Sasaya‘ in der Lychener Strasse sei der beste Japaner in Berlin. Entsprechend viele Japaner besuchen das Restaurant am Prenzlauer Berg. Ein gutes Zeichen! Chef Isao Sasaki kommt aus Hokaido und hat über Düsseldorf und New York nach Berlin gefunden.
Sushi Circle
In der Französischen Straße, direkt neben dem berühmten 'Borchardt', dreht sich der beste Sushi-Circle Berlins. Die Takos, Shakes und Inside outs sind hervorragend. Der Laden ist ständig rammelvoll. Stiftung Warentest hatte 2007 elf Sushi-Läden unter die Lupe genommen: Sushi-Circle landete auf Platz 1.
HAMBURG
Wa Yo
Das Nippon-Hotel im Hofweg ist die Herberge des ‚Wa Yo‘. Küchenchef Chanthone Kanya lernte in dem Pariser Sushi-Tempel ‚Ogura‘ und ‚Montparnasse‘. Die Sushi- und Sashimi-Karte ist gut sortiert. Zum Nachtisch sollten sie Yakiaisu probieren, gebratenes Vanilleeis mit grünen Teepulver und Sakeschaum.
LONDON
Umu
Die Preise im ‚Umu‘ am Bruton Place in Mayfair kommentiert die Times folgendermaßen: „The final bill will hover over the meal like a black cloud on the horizon when you're having a picnic. You're never fully relaxed.“ Wer sich davon nicht irritieren läßt, erlebt einen genußvollen Abend. Die Sushi-Karte gliedert sich in Modern, Classic und Vegetarian.
Sushi-Say
Wenn Küchenchefs in London Sushi essen gehen, dann wählen sie auffallend häufig das Sushi-Say in der Walm Lane in Willesden, fünf Meilen vom Stadtzentrum entfernt. Das kleine Sushi-Restaurant wird seit elf Jahren von Yuko Shimizu und ihrem Ehemann Katsuharu geführt. Die Karte bietet die ganze köstliche Sushi-Vielfalt.
LOS ANGELES
Urasawa
Es ist klein, fein und sündhaft teuer. Das ‚Urasawa‘ am Rodeo Drive in Beverly Hills gehört zu Amerikas exklusivsten Sushi-Adressen. Chef Hiroyuki läßt fast alle Zutaten aus Japan einfliegen.
Katsu-Ya Encino
Amerikas Restaurantführer ‚Zagat‘ feiert alle Jahre wieder das ‚Katsu-Ya‘ am Ventura Boulevard in Encino. Chef Katsuya Uechi begann seine Karriere im Harbor View Hotel in Okinawa. Zu empfehlen: tuna carpaccio, toro-tartar und die knusprigen tuna rolls.
Nobu
Chef Nobuyuki Matsuhisa betreibt 19 Lokale auf vier Kontinenten. Einer seiner Geschäftspartner heißt Robert De Niro. Neben dem Nobu am Cross Creek in Malibu gehört ihm in Los Angeles das Nobu in West-Hollywood und das Matsuhisa.











