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Kürbiskernöl - Woher die Kerne wirklich kommen

kuerbiskernoelSteirisches Kürbiskernöl hat in den letzten Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen. Es findet sich in immer mehr Regalen - vom Supermarkt bis zum Delikatessengeschäft. Doch ist dort, wo steirisch draufsteht, auch tatsächlich Steirisches drin? Das österreichische Testmagazin "Konsument" hat 26 Öle, davon elf Bio-Öle, unter die Lupe genommen. Ergebnis: Statt aus der Steiermark kommen die Kerne für viele Öle aus dem Fernen Osten. Das wird allerdings auf den Etiketten wortreich verschwiegen.

Kaum ein Flaschenetikett, das nicht in Weiß und Grün - den Landesfarben der Steiermark -gehalten ist. Dick aufgetragen wird auch bei den Beschriftungen: „Das grüne Gold aus Österreich", „Originalrezept aus der Steiermark" oder „In steirischer Tradition". Doch einen Hinweis, woher die Rohware für das Kürbiskernöl eigentlich kommt, sucht man auf den meisten Flaschen vergeblich. Bei 16 von 26 Produkten ist die Herkunft der Kerne laut Etikett fraglich.

Wortkarge Produzenten


Auf schriftliche Nachfrage gaben sich die meisten Hersteller bedeckt. Sieben Produzenten antworteten gar nicht oder wollten sich nicht zur Herkunft der Kerne äußern. Von der Rohware für die insgesamt elf Bio-Öle stammt laut Herstellerauskunft etwa die Hälfte aus den Bundesländern Steiermark und Niederösterreich. Ein Erzeuger nannte Ungarn und Kroatien als Herkunftsländer, ein anderer schrieb vage von „internationalen Anbaugebieten".

kuerbisseDass die Rohware für sein Bio-Öl ausschließlich aus China kommt, wollte nur ein einziger Erzeuger zugeben. Bei den zehn konventionell hergestellten Kernölen wurden von einigen Firmen Ungarn, die Ukraine, Rumänien, Russland, Kroatien oder Slowenien als Einkaufsgebiete genannt. Andere gaben bekannt, dass ihre Kürbiskerne teils aus Österreich, teils aus anderen Ländern bzw. vom internationalen Rohstoffmarkt stammen.

Informationen aus Insiderkreisen zufolge stammt die Rohware von zwei Drittel der vermarkteten Öle aus China. Diese Produkte werden - so vermutet der ‚Konsument‘ - in erster Linie in der Gastronomie und in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Neben den Chinesen machen dabei die Ungarn den steirischen Kürbisbauern immer mehr Konkurrenz. Nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen: der Einkaufspreis liegt 25 bis 50 Prozent unter jenem für inländische Ware.

EU schützt Steirisches Kürbiskernöl

Hochwertige steirische Öle haben dagegen einen stolzen Preis - schmecken aber auch deutlich besser. So legt man bei den getesteten Produkten 15 bis 22 Euro pro Liter hin. Seit 1998 ist steirisches Kürbiskernöl eine von der EU geschützte Regionalmarke. Die Bezeichnung „Steirisches Kürbiskernöl g.g.A." (geschützte geographische Angabe) bedeutet, dass die für das Öl verwendeten Kürbiskerne aus einem geografisch definierten Gebiet stammen (Teile der Steiermark, Niederösterreichs und des Burgenlandes), in einer Ölmühle der Anbaugebiete gepresst werden und dass es sich um ein 100 Prozent reines Kürbiskernöl aus Erstpressung handelt.

kuerbiskernoelTipps für Gourmets


Qualität. Echt steirisches Kernöl ist zähflüssig, dunkel und schmeckt angenehm nussig. Öl von minderer Qualität ist bräunlich und dünnflüssig, die nussige Note fehlt, das Öl schmeckt eher muffig.

Ablaufdatum. Ungeöffnet ist Kernöl bis zu einem Jahr haltbar. Eine kürzere Haltbarkeit zeigt, dass das Öl schon lange im Regal steht und möglicherweise bereits Qualitätseinbußen durch Licht und Lagerung erlitten hat.

Aufbewahrung. Kernöl zu Hause lichtgeschützt, kühl und dicht verschlossen aufbewahren. Einmal geöffnet hält Kernöl im Kühlschrank zwei bis drei Monate - sollte also zügig verbraucht werden.

Kennzeichnung. Die „geschützte geographische Angabe" (g.g.A.) ist Garant für die besondere Herkunft und schonende Verarbeitung des Produktes. Der Großteil dieses Kernöls wird von den Erzeugern direkt vermarktet. Die Kerne für g.g.A.-Öle stammen u.a. aus der südlichen Steiermark (Deutschlandsberg, Feldbach, Fürstenfeld, Graz-Umgebung, Hartberg, Leibnitz, Radkersburg, Voitsberg und Weiz), aus Niederösterreich (Hollabrunn, Horn, Mistelbach, Melk, Gänserndorf) sowie aus dem südlichen Burgenland (Jennersdorf, Güssing und Oberwart).

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