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Heston Blumenthal: Win-Win am Hyde Park

Heston BlumenthalEs ist noch nicht allzu lange her, da waren Hotelrestaurants Synonyme für armseliges Essen und schlechten Service. Es waren verstaubte, seelenlose ‚Speisesäle‘. Vollgepackt mit Tischen und Stühlen – aber gähnend leer. Die wenigen, die sich dorthin verirrten, waren Hotelgäste, die einfach zu müde waren, noch auszugehen.

Das hat sich gründlich geändert. Seit einigen Jahren zählen viele dieser ‚Speisesäle‘ zu den besten Restaurants der Welt. Sie mutierten zu kulinarischen Attraktionen. Hofiert von verwöhnten Kritikern. Prämiert von wichtigen Restaurantführern. Die Schlangen vor ihren „Wait to be seated“-Schildern sind heute so lange wie die Schlangen vor den Flagship-Stores von Luis Vuitton oder Hollister.

Was war geschehen? Die F&B-Manager der großen Hotelgruppen haben sich an den europäischen Fußballvereinen orientiert. Wer in der Champions League mitspielen will, muss Geld in die Hand nehmen und die besten Spieler kaufen. Sie nahmen also die berühmtesten Sterneköche Europas unter Vertrag und schufen überaus erfolgreiche Joint-Ventures.

Alain Ducasse dribbelt seitdem für die Dorchester Collection, Sven Elverfeld läuft für das Ritz Carlton, Pierre Gagnaire flankt für das Waldorf Astoria,  Nils Henkel hält für die Althoff Collection und Heston Blumenthal verteidigt für die Mandarin Oriental Group.

beef royal von heston blumenthalMit Heston Blumenthal hat das Mandarin Oriental einen absoluten Hit gelandet. Vergleichbar mit der Verpflichtung  Lionel Messis durch den FC Barcelona. Der gebürtige Londoner zählt zu den kreativsten Küchenchefs in Europa. Seine Molekularküche, die bisweilen wissenschaftliche Züge trägt, hat Weltruhm erlangt. Blumenthals berühmte „Fat Duck“ in Bray wurde vom Michelin mit drei Sternen  ausgezeichnet. Das „Dinner by Heston Blumenthal“ im Mandarin Oriental am Hyde Park wird seine Sammlung  erweitern. GOURMET GLOBE sprach mit Heston Blumenthal in London.

Ihr erste Zusammenarbeit mit einem Hotel. Wie läuft’s?

Hervorragend. Ich bin sehr zufrieden. Es ist eine faire und angenehme Partnerschaft. Die Mandarin Oriental Group ist bekannt für ihren hohen Qualitätsanspruch. Das hat mir die Entscheidung, „Dinner by Heston Blumenthal“ zu eröffnen, leicht gemacht. Den Ausschlag gab allerdings der gute und vertrauensvolle Kontakt zu David Nicholls. (Nicholls ist in der Mandarin Oriental Group weltweit für F&B zuständig. Er war früher selbst Küchenchef und wurde im Alter von 22 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet) Ich kenne David bereits seit vielen Jahren und wusste, dass ich nur mit ihm dieses Projekt so erfolgreich stemmen kann.

So eine Kooperation soll ja eine Win-Win-Situation sein. Ist es tatsächlich so?

Absolut. Das Feedback auf „Dinner by Heston Blumenthal“ ist außergewöhnlich gut. Davon profitieren natürlich beide Seiten.

Restaurant Dinner by Heston BlumenthalSind sie Herr über ihre eigenen  Entscheidungen oder müssen sie Vorgaben des Hotels erfüllen?

Mein Team hat bei „Dinner by Heston Blumenthal“ das letzte Wort. Wir können unsere Vorstellungen so realisieren wie wir das für richtig halten. Anders könnte man ein so neues, so einzigartiges Restaurant-Konzept auch gar nicht umsetzen. Aber selbstverständlich profitieren wir auch von der Erfahrung unseres Partners. Das sind immer sehr fruchtbare Gespräche.

Ihr Kollege Gordon Ramsay - um nur ein Beispiel zu nennen - führt über 20 Restaurants in den USA, in Europa, in Asien, im Mittleren Osten und in Australien. Ist das auch ihr Weg?

Wer weiß? Obwohl ich im Augenblick keine entsprechende Pläne habe. Ich hätte „Dinner by Heston Blumenthal“ zum Beispiel nie ohne Ashley Palmer-Watts eröffnet, mit dem ich seit nun mehr elf Jahren zusammenarbeite. Er ist hier am Hyde Park der Küchenchef und macht einen exzellenten Job. Nur mit solchen Top-Leuten wäre eine Expansion möglich.

Wie geht es mit der Marke „Heston Blumenthal“ weiter? Welche Projekte haben Sie in Vorbereitung?

Eine Menge. Soeben ist auf dem britischen Markt „Heston at Home“ erschienen. Ich will mit diesem Buch Hobbyköche animieren, neue Kochtechniken auszuprobieren. Ein weiteres Buch, das in Vorbereitung ist, wird sich mit der historischen Küche in Großbritannien beschäftigen. Außerdem arbeite ich sehr intensiv an einer neuen TV-Serie. Nebenbei kreiere ich eine Geschirr-Serie für die Supermarktkette „Waitrose. Sie sehen, mir wird nicht langweilig.

sussex pond puddingDas gilt hoffentlich auch für die Gäste der „Fat Duck“. In den kommenden Monaten werde ich auf der Homepage des Restaurants eine neue Animation online stellen. Der Schauspieler John Hurt (Mr. Ollivander in den Harry Potter-Filmen) spricht und entführt die Gäste auf eine kleine Reise – bevor sie in Bray tatsächlich ankommen.

Wie sehen Sie heute ihren Job? Sind sie noch Koch oder schon Manager?

Ich denke beides. Anders geht es auch nicht. Meine berufliche Rolle beinhaltet inzwischen zu viele verschiedene Elemente.

Verraten Sie uns zum Schluss noch das Leibgericht eines 3-Sterne-Kochs.

Sie werden es nicht glauben, aber sie finden mich häufig bei mir zu Hause am BBQ. Auf dem Grill liegt ein saftiger Beef Burger. Daneben köstliche Beilagen. Noch Fragen?

Ja. Was wenn der Grill ausfällt? Wo gehen sie dann essen?

(Die Lieblingsrestaurants von Heston Blumenthal finden Sie hier)

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