| Küche | 7.9 |
| Service | 5.7 |
| Ambiente | 6.8 |
| Küche | - |
| Service | - |
| Ambiente | - |
Das Ambiente seines noch jungen Restaurants in Berlin-Kreuzberg ist nüchtern, aber nicht ungemütlich. Die Servicekräfte tragen eine Art Jogginganzug in Grau. Dazu Turnschuhe. Auch der Patron selbst trägt zu seiner Kochmontur Turnschuhe. Dieses corporate design wirkt salopp und soll wohl Raues Ruf als „Enfant Terrible der Berliner Gourmet-Szene“ (Gault Millau) ein wenig unterstreichen.
Die Damen vom Service sind freundlich und bemüht. Leider lässt ihre Kompetenz zu wünschen übrig. Sie wirken wie Studentinnen, die in ihren Semesterferien bei Tim Raue jobben. Nachfragen werden mit einem charmanten, aber hilflosen Lächeln quittiert. Zu wenig für ein Restaurant von Rang.
Für das Drei-Gänge-Menü verlangt Tim Raue 38 Euro. Ungewöhnlich günstig für eine Küche auf diesem Niveau. Auf der Rechnung wird dieses scheinbare Missverhältnis dann wieder korrigiert. Einige Gänge erhalten Zuschläge, die – wir hatten es übersehen – als Fußnote die Karte schmücken.
Die Weinempfehlungen des Oberkellners sind hervorragend. Zum Fisch schenkt er einen Grünen Veltliner Alte Rebe 2009 vom Weingut Schmid aus Gobelsburg im Kamptal ein. Ein großartiger Tropfen (unbedingt probieren!). Zur Ente kommt ein Faugères Valinière 2007, gekeltert von der Domaine Léon Barral, einem der besten Weingüter im Languedoc.
Tim Raues Können ist sternewürdig. Kein Zweifel. Seinem eigenen Anspruch, der aus japanischer Produktperfektion, thailändischer Aromatik und chinesischer Küchenphilosophie besteht, wird er mit großer Lässigkeit gerecht. Hervorheben möchten wir seine Peking-Ente. Diese Interpretation einer Challans-Ente verdient tatsächlich einen Umweg.