| Küche | 6.3 |
| Service | 5.9 |
| Ambiente | 4.5 |
| Küche | - |
| Service | - |
| Ambiente | - |
Soviel vorweg. Das „Emiko“ – ein beliebter Mädchenname, der „wunderschönes Kind“ bedeutet - thront ein Stockwerk über dem Viktualienmarkt. Es gehört zum Louis-Hotel, das von dem Gastronomen-Duett Kull und Weinzierl 2009 eröffnet wurde. In der Küche steht Tajima Atsushi. Der 32jährige wurde in Tokio ausgebildet. Ging dann nach München und wirkte unter anderen im „Daitokai“ und im „Fuji San“.
Die Karte ist umfangreich. Sie bietet Sashimi Modern-Style. Darunter Snow Crabs, Lachscarpaccio oder Tartar vom Wagyu. Die Sushi-Abteilung reicht von Nigiris mit Hamachi bis zu Crispy Tempura Makis. Unter „Warme Speisen“ (unglückliche Bezeichnung für ein Japan-Restaurant) findet man alles, was wohl schwer einzuordnen ist: Schweinebauch-Würfel, Maispoularde oder Tofuwürfel. Und das Fleisch-Departement bietet – natürlich - Wagyu Beef. Leider nicht aus dem japanischen Kobe. Wäre wohl auch nicht zu bekommen und schon gar nicht zu bezahlen.
Wir entschieden uns für Kanadische Jakobsmuscheln mit Reisessig, Snow Crabs im Nori-Gurken-Mantel und Crispy Calamari als Vorspeise. Alles durchweg passabel und zu empfehlen. Das gilt im Übrigen auch für das Carpaccio von der Gelbschwanzmakrele. Dieses Gericht wurde vom Tester des Gault Millau in der aktuellen Ausgabe als Katzenfutter bezeichnet. Die japanischen Katzen sind zu beneiden.
Die Makis und Nigiris, die dann gereicht wurden, halten jeden Vergleich mit den guten Sushi-Restaurants in Deutschland aus. Einzig das Bo-Sushi vom Rinderfilet ist eine zu gewagte Kreation und wohl nicht jedermanns Geschmack. Das Donald Russel Entrecote kommt asiatisch portioniert und – ganz wichtig – „nature“. Mit Salz vom Murray-River und Tamarindensauce ist es ein Genuss. Die abschließende Sorbet- und Eis-Variationen sollte man sich lieber sparen. Sie beeinträchtigen den guten Gesamteindruck.
Der Service ist aufmerksam und engagiert. Bisweilen etwas übermotiviert. Die Erklärungen zu Speisen und Wein strapazierten mitunter die Geduld der Gäste.
Nun zum Ambiente. Und hier muss das „Emiko“ dringend nachlegen. Das Restaurant ist, vermutlich aus Platzgründen, Teil der Hotel-Lobby. Womit der Kern des Problems bereits benannt ist. Die SZ formulierte das sehr treffend: “Es beschlich einen schnell das Gefühl, man sei hier nur auf Durchreise“.