Der Michelin in Nordamerika hat Zuwachs bekommen. Seit Ende 2010 erscheint nun auch ein Restaurantführer für Chicago. Nach New York und San Francisco die dritte US-Metropole, die von den Testern unter die Lupe genommen wird. Für den neuen Führer waren die Inspektoren zwei Jahre am Michigansee unterwegs.
Insgesamt werden in der neuen Ausgabe 342 Restaurants empfohlen. Zwei von ihnen - das Alinea und das L2O – erhielten mit drei Sternen die höchste Auszeichnung. Für Grant Achatz, dem Küchenchef des Alinea, war die Erhebung in den kulinarischen Adelsstand keine Überraschung. Schließlich wird der Shooting-Star der US-Szene schon seit Jahren mit Ehrungen und Preisen überschüttet. 2008 zum Beispiel erhielt der 37jährige den renommierten „James Beard Foundation Award“ als bester Küchenchef der USA.
Beim L20 hatten die Herausgeber des Michelin Chicago 2011 Pech: einen Tag nach Veröffentlichung des Guide Rouge hängte Küchenchef Laurent Gras seine Schürze an den Nagel und verließ über Nacht das Seafood-Restaurant am Lincoln Park West. Der gebürtige Franzose, eine Ducasse-Schüler, hatte offensichtlich Meinungsverschiedenheiten mit Richard Melman, dem Besitzer des L20. Somit sind die drei Sterne für das L20 eigentlich obsolet.
Ähnliche Situation im RIA. Kaum wurde das Restaurant im Elysian Hotel mit zwei Sternen ausgezeichnet, verließ der Küchenchef Jason McLeod seine Wirkungsstätte. Sein Nachfolger Danny Grant muss nun erst zeigen, ob er so viele Sterne wert ist. Spätestens im November dieses Jahres wissen wir mehr. Neben dem RIA wurden übrigens noch das Avenues und das Charlie Trotter’s mit zwei Sternen ausgezeichnet.
Weitere 18 dürfen sich über einen Michelin-Stern freuen. Und den Bib Gourmand für ein besonders günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis vergaben die Tester an 46 Restaurants in der Windy City.
Die Michelin-Sterne 2011 in Chicago als PDF
Die Michelin-Bib Gourmands 2011 in Chicago als PDF

















