Marina Cvetic - Die schöne Weinfürstin aus den Abruzzen

Marina Cvetic - Die schöne Weinfürstin aus den Abruzzen

Marina CveticEr funkelt rubinrot. Er duftet nach Schwarzkirschen und Blaubeeren, dazu etwas Pflaume, Vanille und Karamell. Am Gaumen ist er würzig und kräftig. Der Abgang ist lang und fruchtig. Dieser Montepulciano d‘Abruzzo erhielt von Robert Parker 94 Punkte. Und der Gamberro Rosso adelte drei Jahrgänge (2001, 2003, 2005) mit „Tre Bicchieri“. Auf dem Etikett dieses kraftvollen, maskulinen Weins steht der Name einer Frau: Marina Cvetic. GOURMET GLOBE besuchte sie auf ihrem Weingut Masciarelli in San Martino sulla Marrucina.

Die gebürtige Serbin ist Mitglied in einem kleinen, höchst exklusiven Club. Sie zählt zu den wenigen Frauen, die sich auf dem italienischen Weinmakt durchgesetzt haben. Eine Branche, die seit Jahrhunderten fast ausschließlich von Männern dominiert wird. Neben Marina Cvetic haben das nur Chiara Boschis aus Barolo, Elisabetta Foradori aus Mezzolombardo oder Cristina Geminiani aus Faenza geschafft.

Marina Cvetic hat in den Abruzzen - zusammen mit ihrem Mann Gianni Masciarelli - eine neue, anspruchsvolle Weinkultur etabliert. Gianni, der 2008 unerwartet mit 52 Jahren verstarb, erkannte früh, dass der, in dieser Gegend allgegenwärtige, Montepulciano Barrique braucht, um sich entfalten zu können, um ein wirklich großer Wein zu werden. Das würzige Tannin der Eiche verfeinert ihn und das leicht poröse Holz lässt ihn besser atmen. Dadurch entwickelt er mehr Komplexität und Aroma.

Castello MasciarelliKeiner seiner Kollegen hätte es für möglich gehalten, das der Montepulciano aus dem winzigen Nest San Martino sulla Marrucina, 30 Kilometer östlich von Pescara, einmal die Weinwelt begeistern wird. Zu mies war damals das Image der Region. Man setzte in den Abruzzen vor allem auf Quantität, statt auf Qualität. Gianni Masciarelli dagegen glaubte an das enorme Potential der  autochtonen Montepulciano-Traube (nicht zu verwechseln mit dem Montepulciano aus der Toskana, der aus der Sangiovese-Traube gekeltert wird) und ebnete damit den Weg für Topweine aus dieser Gegend. Die Montepulciano-Weine aus den Abruzzen erhielten vom Gamberro Rosso 2013 sieben Mal die höchste Auszeichnung.

Mit der gleichen Leidenschaft wie Gianni führt heute seine Frau das Weingut. Sie feilt mit Akribie an den kleinsten Unebenheiten im Montepulciano d‘Abruzzo, um ihn noch harmonischer, noch komplexer zu gestalten. Die Fassdauben, die von der Tonnellerie Vicard aus Cognac geliefert wird, sind Spezialanfertigungen. Die Wanddicke der Fässer ist dünner als gewöhnlich, damit der Montepulciano noch besser atmen kann. Das Toasten der Fässer verleiht dem Barrique wiederum die gewünschten Röstaromen, die sich dann im Wein entfalten können. Nie stehen bleiben, immer glauben, dass es noch besser gehen kann, ist Marina Cvetics Credo.

Marina Cvetic MontepulcianoAuf 320 Hektar wird bei Masciarelli heute Wein angebaut. Die Reben wachsen in einer sanften Hügellandschaft an den Ausläufern des Apennins – in den Provinzen Chieti, Teramo, Pescara und L’Aquila. Die Rebflächen liegen zwischen zwei Extremen: den langen Sandstränden der Adria und den Schneefeldern des Gran Sasso d’Italia.  Die Höhe variert zwischen 200 und 500 Meter. Der Boden besteht aus Kreide, Lehm, Sand oder Kies.

Das Klima ist gewöhnungsbedürftig – für Mensch und Rebe. Pausenlos weht ein Wind. Er kommt aus den nahen Bergen, aus dem 3.000 Meter hohen Maiella Massiv. Die Tage sind oft brütend heiß, auf bis zu 38 Grad steigt das Thermometer. In den Nächten kühlt es deutlich ab. Diese großen Temperaturschwankungen machen die Reben stark und widerstandsfähig. Sie bringen die Frische und die Säure in den Wein. Ideale Bedingungen für den Montepulciano, den Merlot, den Cabernet Sauvignon, den Chardonnay oder den Trebbiano.

Das Weingut Masciarelli keltert aus diesen Trauben fünf Produktlinien: Villa Gemma, Classic, Marina Cvetic, Castello di Semivicoli und Iskra. Villa Gemma, italienisch für „Edelstein“, steht für die herausragenden Jahrgänge.  Zu ihnen zählt der Villa Gemma Montepulciano d`Abruzzo, der Bianco Colline Teatine und der Abruzzo Cerasuolo.

(Text: Thomas Fischer-Fabian. Fotos: © Masciarelli)

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