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Gault Millau WeinGuide Deutschland 2013: Das Jahr der Nahe

Gault Millau Weinguide Deutschland 2013Hohe Temperaturen  im Herbst und geradezu explodierende Mostgewichte – das machte den Jahrgang 2011 schon vor der Ernte fast zur Legende. Dass er ein Jahrhundertereignis werden würde, war schnell beschlossene Sache. Einer der großen 11er-Jahrgänge: Nach 1811 und 1911 nun 2011. Daraus wird nichts! Leider sind gerade die Spitzen von zuviel Alkohol geprägt – so die Redakteure des Gault&Millau WineGuide Deutschland 2013 - sie lassen vor allem Frische  vermissen.

20 Verkoster haben mehr als 12.500 Weine probiert und kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Es sind oft die Basisweine der Güter, die 2011 punkten können. Im aktuellen WeinGuide sind 721 Betriebe mit mindestens einer Traube verzeichnet, weitere 355 sind als empfehlenswert eingestuft. Insgesamt finden 8.700 Weine Erwähnung im Buch.

Zum Winzer des  Jahres  kürt  die  Gault&Millau- Redaktion  Joachim  Heger vom Weingut Dr. Heger in Ihringen am Kaiserstuhl. »Seit Jahrzehnten holt er weiße Burgunder von allererster Güte aus dem fabelhaften Ihringer Winklerberg und dem großartigen Schlossberg in Achkarren. Nun haben auch seine Spätburgunder zur badischen Spitze auf- geschlossen«.

Der Ehrentitel Kollektion des Jahres geht diesmal in die Pfalz: an Hans- Jörg Rebholz, der 2011 ein großartiges Sortiment erzeugt hat. »Ob Weißburgunder, Chardonnay, Riesling oder Spätburgunder – der Siebeldinger Ausnahmewinzer beherrscht die ganze Klaviatur par excellence. Und was im Jahrgang 2011 glänzt, ist wirklich pures Gold«.

Der Aufsteiger des Jahres kommt von der Nahe: Betriebsleiter Karsten Peter vom Gut Hermannsberg in Niederhausen. »In nur drei Jahren führte er diesen ehedem weltberühmten Betrieb zurück in die Gebietsspitze. Vom Gutswein bis zur edelsüßen Rarität – ein Sortiment aus einem Guss.

Der Titel Entdeckung des Jahres geht an das Weingut Josten und Klein: »Dies ist eine der wenigen Neugründungen im Lande. Gleich in zwei Gebieten starten die beiden Winzer durch: am Mittelrhein und an der Ahr. Mit Riesling,  Spätburgunder und Sauvignon Blanc punktet das dynamische Duo«.

Zum Sommelier des Jahres wurde Thomas Sommer vom Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen) gekürt. »Sein Herz gehört dem deutschen Wein, vor allem großen Rieslingen. Dabei bleibt er offen für junge Winzertalente und weltweite Trends«.

Der Titel Weinkarte des Jahres geht an Jianhua Wu, der in Berlin das Restaurant Hot Spot betreibt. »Der Chinese verbindet auf ideale Weise die Liebe zu seiner Heimat mit der zum deutschen Riesling. Und er demonstriert beispielhaft, wie gut gereifte Weine mit der asiatischen Küche harmonieren«. Hier nun die 13 deutschen Anbaugebiete im Überblick:

Ahr: Spätburgunder aus 2011 erinnern an große Jahrgänge

Dass der Jahrgang 2010 nicht unbedingt in die Geschichtsbücher der Ahr eingehen würde, war den kritischen Prüfern bereits im Vorjahr klar geworden. Die meisten VDP-Güter trugen der eher mittleren Güte der Spätburgunder denn auch Rechnung und verzichteten auf die Abfüllung »Großer Gewächse«. Nur zwei Betriebe (Nelles, Meyer-Näkel) haben sich nicht an die VDP-Linie gehalten.

Schon seit Jahren überzeugt das Weingut Brogsitter mit immer präziseren Weinen. Lohn dafür ist nun die Verleihung der dritten Traube, womit das Gut zu den Spitzenbetrieben der Region aufschließt. Über die zweite Traube dürfen sich die Genossen der Weinmanufaktur Dagernova freuen. Ihnen bescheinigt die Redaktion  charaktervolle Weine abseits der Massenerzeu- gung. Zwei rote Trauben schmücken nun das Weingut Kriechel, eine rote Traube geht an Stefan Kurth. Neu bei den empfehlenswerten Betrieben sind die Weingüter Adolf Schreiner in Rech und Stark in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Spitzenquartett, das die Ahr anführt, ist unangefochten: Adeneuer, Deutzerhof, Meyer-Näkel und Jean Stodden. Insgesamt 22 Betriebe mit einer und mehr Trauben werden ausführlich besprochen, acht weitere sind empfehlenswert.

Baden: Feine Spätburgunder

Viele hatten den Jahrgang 2010 schon abgeschrieben, doch hat die Redaktion etliche feine Spätburgunder entdeckt. Es sind mitunter hochelegante, feingliedrige und dennoch selbstbewusst ausdrucksstarke Weine. Wenig Freude haben bei den Verkostungen jene Weine aus dem Jahrgang 2011 ausgelöst, denen nachträglich Weinsäure zugesetzt wurde. Dieser Eingriff ist zwar erlaubt, führte aber in vielen Fällen zu unbalancier- ten Weinen, die mit spitzer Säure ausgestattet sind, bemängeln die Verkoster.

Bernhard Huber rangiert nach wie vor mit fünf Trauben alleine an der Gebietsspitze. Warum das so ist, machte der Malterdinger mit einem Ausnahmewein deutlich. Sein 2010 Spätburgunder Wildenstein ließ die gesamte Konkurrenz souverän hinter sich: nicht einen Punkt, sondern gleich zwei Punkte trennen diesen Wein vom Zweitplatzierten. 97 Punkte, die der Wildenstein bekam, wurden bislang erst einmal für einen Rotwein von der Redaktion vergeben. Claus Schneider und Ziereisen sind zwei weitere Betriebe aus Baden, die ihre besten Spätburgunder in den Top Ten unterbringen konnten.

Einige Bewegung gebe es in diesem Jahr bei den Trauben-Betrieben. Dem Weingut Konstanzer in Ihringen wird die dritte Traube  verliehen, Bimmerle und Schloss Eberstein  können sich über die zweite Traube freuen. Gleich sechs neue Betriebe werden mit der ersten Traube dekoriert, darunter Jürgen von der Mark, von dem die Redaktion in den nächsten Jahren  noch einiges erwartet. Bieselin, Engelhof,  Gravino, Herbster und Kalkbödele sind die weiteren Neulinge. Insgesamt werden im neuen Gault&Millau WeinGuide 94 Erzeuger aus Baden ausführlich porträtiert, weitere 41 Betriebe gelten als empfehlenswert.

Franken: Die besten Silvaner Deutschlands

Die drei besten trockenen Silvaner (91 Punkte) des Jahrgangs  2011, die zugleich die besten in ganz Deutschland sind, stammen aus Randersacker und Escherndorf, ganz vorn zwei »Große Gewächse«: der Sonnenstuhl von Störrlein & Krenig und der Lump von Horst Sauer. Rang drei geht an Rainer Sauer und seine Spätlese »L«. Rainer Sauer belegt mit seinem Lump zudem noch den fünften Rang; davor rangieren die Alten Reben aus dem Katzen- kopf von Max Müller I. Auf den Plätzen folgen weitere großartige Silvaner vom Weingut am Stein, von Fürst Löwenstein, vom Sulzfelder Zehnthof, vom Juliusspital und von Weltner.

An der Spitze im Gebiet steht nunmehr ein Trio, wobei Fürst aus Bürgstadt die Nase vorn hat, was sich in vier roten Trauben niederschlägt. Horst Sauer und das Juliusspital runden die führende Riege ab. Mit drei roten Trauben dürfen sich schmücken: Fürst Castell, Hofmann in Röttingen, Max Müller, Reiss, Rainer Sauer, Graf von Schönborn und das Weingut am Stein. Es folgen 14 weitere Drei-Trauben-Betriebe. In die Drei-Trauben-Liga aufgestiegen ist Weltner, während Otmar Zang den Sprung unter die Zwei-Trauben-Güter schaffte. Gleich sechs Betriebe ziert erstmals ein Träubchen: Ernst Popp, Regie-Apfelbacher, Wilhelm Arnold, Stadt Klingenberg, Mößlein und Römmert. Insgesamt werden 73 Güter und ihre Weine im neuen Gault&Millau WeinGuide ausführlich vorgestellt, 30 weitere schafften die Aufnahme in die Rubrik der empfehlenswerten Betriebe.

Hessische Bergstraße: Ideale Bedingungen für Jahrgang 2011

Für die Winzer an der Hessischen Bergstraße brachte der Jahrgang 2011 nahezu ideale Bedingungen. Die Jungweine strotzten nach Beobachtung der Redaktion des Gault&Millau WeinGuide vor Kraft, zeigten dabei eine feine Frucht mit harmonischem Süße-Säure-Spiel. Dazu kommen Rotweine, die in dieser Konzentration lange nicht erreicht wurden.

Besonders gut zu nutzen wusste das Weingut Simon-Bürkle die Vorzüge des Jahrgangs, urteilt die Redaktion.  Es steht an der Spitze der kleinen Weinbauregion südlich von Darmstadt. Einen positiven Trend verzeichnet auch das Hessische Staatsweingut: die Domäne Bergstraße hat Fortschritte gemacht. Die Bergsträßer Winzergenossen rechtfertigten ihren Aufstieg im vergangenen Jahr. Das Weingut Edling tischte eine Kollektion guten Niveaus auf.

Vor allem seine bemerkenswerten Rotweine verschaffen Hanno Rothweiler nun die erste Traube. Auch die Odenwälder Winzergenossenschaft Vinum autmundis konnte die Erwartungen mehr als erfüllen. Fünf Traubenbetriebe von der Hessischen Bergstraße sind im neuen Wein- Guide gelistet, sechs weitere Güter werden als empfehlenswert eingestuft.

Mittelrhein: Josten und Klein »Entdeckung des Jahres«

Der Jahrgang 2011 zeigte am Mittelrhein zunächst ideale Bedingungen, die Winzer hofften schon auf große Weine. Doch letztlich schossen vielfach die Mostgewichte nach oben, die Säuren rauschten in den Keller. So probierten die Verkoster vom Gault&Millau nicht selten Weine mit hohem Alkoholgehalt, denen es an Frische fehlt. Deshalb empfiehlt die Redaktion: Die besten 2010er noch ruhen lassen und zuvor die zugänglicheren 2011er wegtrinken!

Matthias Müller ist die größte Konstante in der Region zwischen Bingen und Bonn. Der Spayer Winzer hat seinen Vorjahrestitel »Winzer des Jahres« vollauf rechtfertigt mit einer rundum starken 2011er Kollektion. Schon seine 2010er Weine waren durch die Bank von hoher Qualität. Was die feinherben Rieslinge angeht, ist Müller Jahr für Jahr ganz vorn dabei in Deutsch land; der hochklassige feinherbe Riesling ist so etwas wie sein Markenzeichen geworden.

Müllers Nachbar Florian Weingart hat hingegen nicht mehr ganz die Form früherer Jahre und wurde von der Redaktion auf drei rote Trauben zurückgestuft – in der Gewissheit, dass der Winzer bald zur gewohnten Stärke zurückfinden wird. Weingart findet sich nun auf einer Stufe mit Toni Jost aus Bacharach, der sich in konstant guter Form befindet. Der zweite Bacharacher Spitzenbetrieb, Ratzenberger, folgt mit knappem Abstand. Das romantische Mittelrheintal, von der Unesco zum Weltkulturerbe erhoben, bleibt fest in den Händen einiger leistungsfähiger Familienbetriebe, von denen der neue Gault&Millau WeinGuide 18 in der Traubenklasse vor- stellt. Hinzu kommen sechs empfehlenswerte Betriebe.

Mosel: Die Saar ist der Gewinner des Jahrgangs 2011

An der Mosel hat der mit viel Vorschusslorbeer  bedachte Jahrgang  2011 beileibe nicht nur Spitzenweine hervorgebracht. Das ist das Fazit der Re- daktion des Gault&Millau WeinGuide nach zahlreichen Verkostungen. Der Jahrgang präsentierte sich heterogener als erwartet, vor allem an der Mittelmosel. Nur an der Saar begeistern die Weine fast ausnahmslos, sowohl an der Basis, als auch in der Spitze.

Ein  Blick in die Spitzenreiter-Listen belegt dies eindrucksvoll. So stellen Saar und Ruwer die vier besten Riesling Kabinette des Jahrgangs. Und die zwei besten Auslesen kommen ebenfalls von der Saar. Allein das Weingut Zilliken stellt zwei Siegerweine des Jahres, beide aus der Lage Saarburger Rausch:  Kabinett und Auslese. Erneut  in Bestform zeigt sich auch das Weingut Egon Müller, das mehrere Weine in den Bestenlisten auf vorderen Plätzen  platzieren konnte. Müller ist der einzige, der bei den edelsüßen Rieslingen die Rheingau-Dominanz brechen konnte: Mit seiner Scharzhof- berger Trockenbeerenauslese belegt er Platz zwei.

Doch auch unterhalb der Fünf- und Vier-Trauben-Klasse gibt es an der Saar in 2011 großartige Rieslinge. Etwa vom Weingut Dr. Wagner in Saarburg, das sich mit einer beeindruckenden Kollektion die dritte Traube zurückeroberte. Auch bislang eher unbekannte Betriebe machten von sich reden. Mit einem feinen Sortiment holt sich Helmut Plunien mit dem Weingut Vols die zweite Traube, was auch Reinert gelingt. Dass guter trockener Riesling nicht teuer sein muss zeigt das »Schnäppchen des Jahres«, das ebenfalls an der Saar gewachsen ist:  im Niedermenniger Sonnenberg des Falkensteiner Hofs.

Kein anderes Anbaugebiet verfügt über eine solche Phalanx  an Spitzen-Weingütern wie die Mosel. Fritz Haag, Egon Müller und Joh. Jos. Prüm bilden das Triumvirat der weltbesten Weinerzeuger an der Gebietsspitze. Ihm folgt ein Dutzend Weingüter mit vier Trauben. Über die darf sich nun Aufsteiger Jos. Christoffel jun. in Ürzig freuen, der seit vielen Jahren Moselrieslinge im traditionellen Stil erzeugt, die zum Genuss animieren.

In keiner anderen Region ist das Mittelfeld im Traubenbereich so stark wie an Mosel, Saar und Ruwer. Aufgestiegen in die Drei-Trauben-Klasse ist neben Wagner das Weingut von Franz-Josef Eifel. Zwei Trauben führt nun neben Vols und Reinert auch das Weingut Gietzen. Lang ist die Liste der neuen Ein-Trauben-Güter mit insgesamt zehn Aufsteigern, so viele wie in keinem anderen Gebiet. Die Neulinge Julian Haart und Schmitt-Weber sind auf Anhieb mit einer rote Traube ausgezeichnet worden. Insgesamt 140 Betriebe und ihre Weine haben die Autoren an Mosel, Saar und Ruwer ausführlich besprochen, soviel wie in keiner anderen deutschen Weinregion. Dazu kommen 63 als empfehlenswert eingestufte Güter.

Nahe: Karsten Peter vom Gut Hermannsberg »Aufsteiger des Jahres«

Die Nahe ist für die Redaktion des Gault&Millau WeinGuide der Gewinner des Jahrgangs. Während die Bedingungen 2011 in vielen anderen Gebieten für zahlreiche unharmonische Weine gesorgt hätten, seien die Winzer an der Nahe herausragend  gut mit dem Jahrgang zurecht gekommen. »Ja, es ist ein fabelhafter Jahrgang an der Nahe. Keine andere Region Deutschlands kann bei den 2011ern mithalten. Es ist das Jahr der Nahe!« lautet das begeisterte Fazit des Gault&Millau WeinGuide.

Die Nahe kann zahlreiche Auszeichnungen vorweisen. Karsten Peter vom Gut Hermannsberg ist »Aufsteiger des Jahres«. Früher war der 1901 gegründete Betrieb als Staatliche Weinbaudomäne weltbekannt – und der Leuchtturmbetrieb an der Nahe. Heute firmiert er, benannt nach einer im Monopol befindlichen Niederhäuser Lage, als Gut Hermannsberg. Der aus der Pfalz stammende Betriebsleiter Karsten Peter habe die Lagen innerhalb kürzester Zeit verstanden und schaffe es, die Würze der Mittleren Nahe in konzentrierter Form auf die Flasche zu bringen, lobt die Redaktion.

Die großartigste Kollektion stellte wieder einmal das Monzinger Weingut Emrich-Schönleber vor: Schönlebers Halenberg ist die Nummer zwei unter den besten trockenen Rieslingen Deutschlands (95 Punkte), auch die zweitbeste Riesling Spätlese kommt aus dem Halenberg (94 Punkte). Ein weiterer Halenberg gehört zu den besten vier Auslesen das Jahrgangs (94 Punkte) und eine Beerenauslese aus gleicher Lage (97 Punkte) steht in den Top Ten der edelsüßen Weine.

Auch andere Nahe-Spitzengüter haben grandios gearbeitet. Das trifft vor allem auf das Weingut Schäfer-Fröhlich zu. Einige von Tim Fröhlichs Weinen sind so rassig, dass man sie glatt für 2010er halten könnte. Auch Dr. Crusi- us gehört mit einer starken Kollektion zu den Gewinnern  des Jahrgangs 2011. Erneut kann das Schlossgut Diel in vielen Kategorien glänzen, besonders auch im edelsüßen Bereich. Helmut Dönnhoff bringt seine Paradelage Hermannshöhle wieder voll zur Geltung.

Bei den Drei-Trauben-Betrieben wussten vor allem Kruger-Rumpf, Linden- hof, Joh. Bapt. Schäfer und Schneider in Niederhausen den Jahrgang zu in- terpretieren. Immer besser wird das Weingut Klostermühle, dessen zwei Trauben jetzt in rot erstrahlen. Von den Ein-Trauben-Gütern überzeugten Mathern, Schild und Heinrich Schmidt in besonderem Maße. Neu mit einer Traube ausgezeichnet wurden die Güter Genheimer-Kiltz in Gutenberg so- wie das Weingut Hees in Auen bei Monzingen.

Neben Emrich-Schönleber konnten weitere Güter von der Nahe wieder Weine in den bundesdeutschen Spitzenreiter-Listen platzieren. Gleich zweimal ist das Schlossgut Diel dabei: Mit 93 Punkten wurde die Grande Cuvée Mo Brut nature zweitbester deutscher Winzersekt, Diels Riesling aus dem Goldloch gehört zu den sechs besten Kabinettweinen des Jahrgangs im Land. Schäfer-Fröhlichs »Großes Gewächs« aus der Kupfergrube steht in der Top Ten der besten trockenen Rieslinge, sein »Schiefergestein« gehört zu den besten fünf Kabinetten des Jahrgangs, und bei den Riesling Spätlesen landete der Bockenauer einen Doppelschlag: Spätlese des Jahres und Rang vier für Felseneck und Felseneck Goldkapsel.

Die Nahe-Phalanx rundet das Gut Hermannsberg ab, das mit seiner Kupfergrube eine der zehn besten Auslesen des Jahrgangs  stellt, und das Weingut Bamberger in Medders- heim, dessen Cuvée Pinot »S« Brut zu den acht besten Winzersekten des Jahres gehört. Insgesamt 44 Betriebe haben die Autoren ausführlich beschrieben und deren Weine bewertet, 21 weitere werden empfohlen.

Pfalz: Hansjörg Rebholz stellt die »Kollektion des Jahres«

Mit insgesamt sechs Weinen in den bundesdeutschen Bestenlisten setzte das Weingut Ökonomierat Rebholz in Siebeldingen einen Meilenstein und erhält die Auszeichnung »Kollektion des Jahres«. Der Weißburgunder verzaubert mit himmlischem Schmelz, der Riesling ist in Flaschen gefangene spielerische Leichtigkeit mit endloser Tiefe. Wer auf diesem Niveau Wein in all seinen Facetten  erzeugt, darf als der vielleicht kompletteste Betrieb Deutschlands bezeichnet werden.

Dass Rebholz gleich drei Weine in den Top Ten der besten weißen Burgundersorten des Jahrgangs platziert, ist allein schon ungewöhnlich. Gleichzeitig noch zwei Rieslinge unter den besten acht des Jahrgangs zu haben – das sei einzigartig, findet die Redaktion. Abgerundet wird diese Leistung des Siebeldinger Winzers mit einem Riesling Brut aus 2008, der zu den vier besten Winzersekten Deutschlands gehört.

Doch auch andere Pfälzer Güter haben ihre besten Weine ganz oben in den Hitlisten unterbringen können. Erstmals stellt das Weingut Kranz aus Ilbes- heim einen Siegerwein. Boris Kranz hat seine Leistungen in den letzten Jah- ren kontinuierlich verbessert und schoss nun mit seinem 2011er Weißen Burgunder »Großes Gewächs« aus der Ilbesheimer Kalmit den Vogel ab: Platz eins in der Bundesfinalprobe. Da Kranz auch bei den Basisweinen und im mittleren Segment bestens gearbeitet hat, steigt er in die Vier-Trauben- Klasse auf.

Auch bei den trockenen Rieslingen war die Pfalz wieder nicht zu schlagen. Insgesamt fünf Weine stellt sie in den Top Ten. Neben Rebholz  konnten Christmann und von Winning ihre besten Rieslinge platzieren. Unschlagbar aber war wieder einmal ein Wein von Dr. Bürklin-Wolf, diesmal nicht der Seriensieger Kirchenstück, sondern ein Ausnahme-Riesling aus dem Forster Pechstein. Mit 96 Punkten setzte er sich deutlich von der nachfolgenden Konkurrenz ab.

In der Hierarchie der Güter gibt es Bewegung. Zwei Betriebe können sich auf die dritte Traube freuen: Matthias Gaul und Bernhard Koch. In der Zwei- Trauben-Klasse ist jetzt Borell-Diehl. Gleich sieben neue Betriebe wurden in die Traubenklasse aufgenommen: Aloisiushof, Emil Bauer, Hollerith, Krebs, Uli Metzger, Karl-Heinz und Andreas Meyer sowie Wolf in Birkweiler. Insgesamt zählen die Autoren 97 Erzeuger zu den Traubenbetrieben. Außerdem werden 47 weitere Betriebe empfohlen.

Rheingau: Feinherbe und edelsüße Prachtstücke

An der Spitze der Region festigt das Weingut Weil mit grandiosen Edelsüßen seine  Sonderstellung.  Dicht  dahinter  haben  sich  zwei Rüdesheimer Ausnahmebetriebe positioniert. Einer ist Johannes Leitz, der den Jahrgang gut  im  Griff  hatte.  So  finden  sich  gleich  vier  Rieslinge   in  unseren Bestenlisten; sein feinherber Kaisersteinfels landete in seiner Kategorie sogar auf Platz zwei. Georg Breuer überraschte  mit grandiosen feinherben Rieslingen aus dem Berg Schlossberg und dem Rauenthaler Nonnenberg: Platz eins und drei bei der Bundesfinalprobe.

Mit einer durchweg überzeugenden Kollektion geht Schloss Johannisberg auf Tuchfühlung mit dem Spitzentrio: elegantes Erstes Gewächs, stilvolle Spätlese, famose Trockenbeerenauslese mit der Traumnote 98 Punkte und bester edelsüßer Riesling des Jahrgangs im ganzen Land. Insgesamt stellt der Rheingau im Jahrgang 2011 fünf der zehn besten edelsüßen Rieslinge in Deutschland.

Neu in der Spitze des Rheingaus ist ein alter Bekannter: Peter Jakob Kühn schaffte mit einer sehr starken Kollektion, in der nicht nur die Top-Rieslinge überzeugten, den Wiederaufstieg in die Vier-Trauben-Klasse.  Vom Basiswein bis zu den köstlichen Edelsüßen haben die auf biodynamischen Anbau schwörenden Kühns die homogenste Kollektion des Rheingaus aufgetischt.

Aufsteiger in die Riege mit zwei Trauben sind Baron Knyphausen und die Georg-Müller-Stiftung. Die Redaktion heißt zudem zwei Neulinge mit einer Traube willkommen: das Sekthaus Bardong und das Weingut Ernst. Im neuen Gault&Millau WeinGuide  werden insgesamt 71  Güter und ihre Weine ausführlich vorgestellt. 22 empfehlenswerte Betriebe runden das Angebot aus dieser Region ab.

Rheinhessen: Raumland-Sekt mit 95 Punkten in neuer Dimension

Im größten Anbaugebiet Deutschlands hat längst eine neue Ära begonnen. In Zeiten des Klimawandels kämpfen zumindest die Spitzenwinzer nicht mehr um jedes Grad Oechsle, versuchen nicht mehr in puncto Reife alles herauszuholen, was herauszuholen ist. Das galt gerade im Jahrgang 2011 mit seinem Hang zu Alkoholbomben und fetten Weinen.

Klaus-Peter Keller hat erneut eine beeindruckende Kollektion vorgestellt. Sein »Großes Gewächs« aus dem Brunnenhäuschen Abtserde gehört zu den zehn besten trockenen Rieslingen  des Landes, sein Riesling  »R« zu den besten halbtrockenen Rieslingen des Jahrgangs, die Hubacker Auslese schafft erneut den Sprung unter die besten in ihrer Kategorie und gleich zwei Riesling Trockenbeerenauslesen machten bei den besten Edelsüßen Furore. Und als ob es nichts wäre, stellt Keller dann auch noch den besten Silvaner Rheinhessens, sein »Feuervogel« bringt es auf starke 91 Punkte.

Auf diesem Niveau mithalten kann nur Philipp Wittmann, der mit 2011 die vielleicht stärkste Kollektion seiner Karriere vorweisen kann. Schon seit Jahren  beeindruckt der Westhofener Ökowinzer die  Redaktion  mit  der durchgängig hohen Qualität seiner Sortimente, gerade auch im Basisbe- reich. Dazu kommen grandiose Spitzenweine wie das »Große Gewächs« aus dem Morstein, mit 94 Punkten bester trockener Riesling des Jahrgangs in Rheinhessen, und bundesweit auf Platz vier. Längst hat Wittmann auch den Nachweis erbracht, wie gut seine Weine heranreifen. Erneut gewinnt er die »Bernhard-Breuer-Trophy« für den besten trockenen Riesling »Zehn Jahre danach«. Auch Wittmanns 2002er Morstein bringt es auf 94 Punkte.

Die Fahne Rheinhessens hält seit Jahren auch das Sekthaus Raumland hoch. Wer dachte, hier seien alle Möglichkeiten ausgereizt, sah sich erneut eines Besseren belehrt. Nach seinem rekordverdächigen 2001  »MonRose« Brut setzte Volker Raumland  diesmal noch eins drauf: Er  erzeugte, wie die Redaktion feststellt, »den besten jemals in Deutschland erzeugten Sekt«. Es ist  der 2002er Chardonnay  Prestige  Brut Blanc de Blancs, der mit  95 Punkten  die  bislang  höchste Sekt-Bewertung bekam. Bleibt  nur  noch anzumerken, dass zwei weitere Sekte Raumlands unter die besten Fünf des Landes kamen.

Die Spitze des Gebiets stellt sich zunehmend breiter auf. Die Vier-Trauben- Betriebe haben mit dem Weingut Battenfeld-Spanier nun Zuwachs bekom- men. Auch drei Trauben wurden neu vergeben: an die Weingüter Bischel und Schätzel. Die Zwei-Trauben-Güter  haben sich mit Pfannebecker und Steitz verstärkt. Dazu kommen sieben neue Ein-Trauben-Betriebe: Dauter- mann, Kampf, Liebrecht, Schmitt Herrnsheim, Spohr, Wechsler und Werther Windisch.

Gault Millau WeinGuide Deutschland 2013 - Siegerweine

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