Wein

Zeller Abtsberg Räuschling 2009

zeller abtsberg raeuschling 2009Über 140 Jahre alt sind die Räuschling-Reben, die in einer versteckten Ecke in den Weinbergen von Zell-Weierbach am Fuß des Schwarzwaldes stehen. Sie dürften dort eigentlich nicht stehen, denn die weiße Rebsorte ist eine verbotene Frucht. Mit der Novellierung des Weingesetzes in den 1970er Jahren wurden die Winzer aufgefordert, den Räuschling zu roden, da er nicht reblaus-resistent ist. Der Räuschling wurde daraufhin meist vom robusten und wesentlich ergiebigeren Müller-Thurgau ersetzt.

Der Räuschling war einst weit verbreitet - in Südwestdeutschland, im Elsass und in der Schweiz. Der Name – es gibt unzählige Synonyme – leitet sich vom Laubwerk des Rebstockes ab, das im Wind besonders kräftig rauscht. Die Trauben sind groß, hellgrün bis gelb, geadert und dünnhäutig. Die Herkunft der Sorte ist unbekannt. Neuesten Studien zufolge handelt es sich um einen Traminer-Klon.

raeuschling rebeJochen Basler, Geschäftsführer der „Zeller Abtsberg Winzer eG“, will den Räuschling wieder gesellschaftsfähig machen. „Kenner suchen solche Spezialitäten. Kräftige Weine mit einem unverwechselbaren Profil.“ Der 2009 Zeller Abtsberg Räuschling erfüllt diese Erwartungen. Er zeigt sich als ein sehr eigenständiger Tropfen mit einem lebhaften Finish. Mit Noten von Zitrone, Herbstäpfeln, getrocknete Feigen und Honig in der Nase. Dank der markanten Säure ist er gut haltbar und kann auch etwas älter getrunken werden.

Die Räuschling-Bestände in Zell-Weierbach sind übrigens inzwischen legalisiert. Sie sind als Versuchsanbau deklariert. Der Wein darf also als Landwein verkauft werden. Im Übrigen sind alte Sorten längst wieder gesucht, um die genetische Vielfalt zu erhalten. Von den gut 400 Rebsorten, unter denen deutsche Winzer um 1875 noch wählen konnten, sind heute nur noch 27 im offiziellen Anbau.

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