Wein

Die 100 wertvollsten Weine der Welt

die 100 wertvollsten weine der weltMichael Broadbent, der Gründer der Weinabteilung von Christie’s, verglich den Weinkeller seines Freundes Michel-Jack Chasseuil einmal mit der magischen Höhle des Aladin. Denn das, was in den Kellern des Landhauses von Fonfolet in Deux-Sèvres lagert, verzaubert jeden, der ein Faible für Wein hat. Über 35.000 Flaschen hat Chasseuil bisher gesammelt. Die 100 wertvollsten hat er in einem Bildband zusammengefasst, das als weltweit bestes Weinbuch mit dem „World Cookbook Award“ ausgezeichnet wurde.

Die Auswahl fiel dem gebürtigen Franzosen nicht leicht. 35.000 Flaschen auf 100 zu reduzieren, das kostete viel Herzblut. Er entschloss sich für die Vielfalt. Er berücksichtigte stets die besten Weingüter, von 1735 bis 2005, von Amerika bis Europa. Und er achtete darauf, dass keines der Güter mit mehr als einen Wein vertreten ist, sodass sich ein sehr breites Spektrum ergab.

Chasseuil, der zusammen mit seinem Sohn ein kleines Weingut im Pomerol bewirtschaftet, hat wie alle großen Sammler Ausdauer. Wenn er einen Wein ins Visier genommen hat, setzt er Gott und die Welt in Bewegung, um ihn zu bekommen. Den ältesten existierenden Chartreuse zum Beispiel jagte er 28 (!) lange Jahre. Inzwischen lagert dieser kostbare Jahrgang - 1853 - in seinem Keller.  Die Suche nach der eigentlichen Nummer 1, dem Jahrgang 1840, hat er eingestellt. Er ist unauffindbar.

weinkeller chasseuilDas Buch „Die 100 wertvollsten Weine der Welt“ umfasst viele solcher Raritäten. Von den Süßweinen des Chateau d’Yquem zum Beispiel – von denen Chasseuil allein 500 Flaschen aus 110 Jahrgängen besitzt – stellt er den Jahrgang 1811 vor. 1811 war das beste Jahr des 19. Jahrhunderts, ein Kometenjahr. Robert Parker zeichnete diesen Tropfen mit 100 Punkten aus, der Höchstnote.

Zu den Top 100 zählen auch zwei Weine aus Deutschland. Eine Schwarzhofberger Trockenbeerenauslese aus dem Jahre 1975 von Egon Müller. Für nur eine Flasche dieses seltenen Necktars tauschte er mehrere Kisten des Pomerols Feytit-Clinet. Und eine Wehlener Sonnenuhr, ebenfalls eine Trockenbeerenauslese, aus dem Jahre 1959 von Johann Prüm. „Ein vollendeter Wein mit einem zarten Mahagonischimmer.“

Die älteste Flasche der Sammlung, ein Hunt’s Port, wurde 1735 in Portugal abgefüllt. Chasseuil ersteigerte sie 1987 für 1.500 Euro in Versailles im Impasse des Chevau-Légers. Ein Schnäppchen!

Und die – emotional – wertvollste Flasche stammt aus dem Château Margaux. Chasseuil entdeckte sie in einem Keller im Marais. Es war eine Magnum aus dem Jahr 1900. Eine Reliquie, verschlossen mit ihrer ursprünglichen Kapsel. Laut Wine Spectator einer der zwölf besten Weine des 20. Jahrhunderts und laut Parker ein „unsterblicher Wein von märchenhafter Fülle und unglaublicher Rundheit.“

Die 100 wertvollsten Weine der Welt
Heel Verlag
248 Seiten mit 234 Fotos
49,95 Euro

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