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Algen und Quallen statt Seezunge und Lachs

qualleDer drohende Kollaps der Fischerei wird für die Menschheit zu einem massiven Ernährungsproblem. Denn die Nachfrage nach Fisch steigt bei gleichzeitigem Rückgang der Bestände. Für Millionen von Menschen ist Fisch aber der wertvollste Proteinlieferant. Nun haben Forscher entdeckt, dass Quallen, Algen und Tintenfische einen Ersatz für die bisher bekannten Edelfische aus dem Meer bilden könnten, denn beide haben sehr günstige Kalorienwerte und lebenswichtige Spurenelemente.

Bei Untersuchungen vor der Küste Namibias hat ein Wissenschaftsteam von der britischen Universität St. Andrews festgestellt, dass die Biomasse an Quallen jene von Makrelen, Sardinen und Anchovis um das dreifache übersteigt. Solche Quallenblüten konnten Forscher auch in stark überfischten Regionen im Schwarzen Meer, im Mittelmeer und im Golf von Mexiko feststellen. Ein Grund dafür ist die Temperaturerwärmung und die große Zahl von Plankton, das in den nährstoffreichen Gewässern üppig gedeiht. Daneben übernehmen in den überfischten Meeren auch die Tintenfische die Vorherrschaft. Diese Tiere profitieren vor allem von der Dezimierung ihrer natürlichen Feinde.

Tintenfische werden von den Fisch-Trawlern bereits gejagt und ersetzen schon vielfach Fisch. Rein vom Nährwert haben Tintenfische ebenso hohe Eiweißwerte, sind fettarm und zudem eine gute Quelle für Zink, die Vitamine B2, B3 und B12 sowie die Spurenelementen Phosphor, Kupfer und Selen. Ihr einziger Nachteil ist der relativ hohe Cholesteringehalt.

Was in den meisten Teilen der Welt noch nicht auf dem Speiseplan steht, sind Quallen. Sie sind im Vergleich zu Tintenfischen weniger schmackhaft. In China werden Quallen allerdings seit mehr als 1.000 Jahren in Salaten gegessen. Auf den Speisekarten Japans sind sie als Sushi bekannt und in Thailand werden sie mit Nudeln frittiert. Doch die Nährwerte der Quallen überzeugen: Niedriger Fettanteil, hohe Anteile von Kupfer, Eisen und Selen, allerdings auch nur etwa fünf Prozent Eiweiß.

Eine weitere Möglichkeit wäre auch die Verwendung von Plankton als Nahrung. Ganz neu ist diese Idee auch nicht, denn bereits die Azteken haben aus getrockneten Algen eine Art Kuchen hergestellt. Nach Angaben der spanischen Eroberer war diese Mahlzeit sehr nahrhaft und schmeckte käsig.

Ähnliche Nahrungsmittel werden auch heute noch in anderen Weltregionen wie etwa in Afrika gegessen. Auch marines Plankton soll sehr nahrhaft sein, da es große Mengen an Omega-3-Fettsäuren und zahlreiche Mineralien enthält. Da solche Planktonblüten normalerweise nur aus einer Spezies bestehen, könnte es gefangen und verarbeitet werden. (pte)

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